Schorfheide

Die Schorfheide ist ein großes Waldgebiet in der Mark Brandenburg nördlich von Berlin zwischen Oder und Havel. Das Hauptgebiet der zwischen 56 bis 113 m über NN liegenden Schorfheide gehört zu den Kreisen Bernau und Eberswalde. 17 Seen (darunter Grimnitzsee, Werbellinsee, Grosser und Kleiner Pinnowsee, Grosser und Kleiner Döllnsee), viele Moore und Bruchwälder bestimmen über weite Strecken das Landschaftsbild. Einst Grosse Heide Werbellin (magna merica werbellin) genannt, entstand der Name Schorfheide erst im 18. Jahrhunderts, als die Bauern der Uckermark ihre Schafe (Schoofe = Schafe) zur Eichelmast in die damals königlichen Wälder trieben. Die einstmals 60.000 Hektar große und eingegatterte Schorfheide umfasst heute nur noch ca. 21.000 Hektar. Vorherrschend ist die Kiefer, daneben lockern Eiche, Birke, Buche und Weide die Bestände auf. Die Schorfheide war bis Ende des 2. Weltkrieges eine der artenreichsten und wildreichsten Gebiete Deutschlands. Neben Rotwild, Rehwild, Damwild und Schwarzwild, Luchs, Biber und Fischotter kamen auch Elche, Wisente und Wildpferde sowie Fischadler und Seeadler, Kranich, Schwarzstorch und eine Vielzahl von Tag- und Nachtgreifen und Wasserwild vor. Seit 1945 sind Elche und Wisente und seit 1947 auch die Wildpferde ausgerottet. Die Schorfheide war wegen ihres Wildreichtums auch über 700 Jahre hinweg fürstliches Jagdrevier. Mitte des 16. Jahrhunderts wurden große Teile der Schorfheide mit einem sogenannte Grossen Wildzaun umgeben. Rund 80 km lang war damals der 2 m hohe Wildzaun, mit dem das Jagdrevier eingezäunt wurde. Im Dritten Reich liess Reichsjägermeister Göring diesen Zaun erneuern. Rund 40.000 ha wurden damals eingegattert. Heute umgibt das frühere Staatsjagdrevier ein 3 m hoher Wildzaun (Drahtzaun). Zahlreiche Jagdschlösser wurden im Laufe der Jahrhunderte errichtet. Das bekannteste ist das Jagdschloss Hubertusstock am Werbellinsee, das im Jahre 1849 im oberbayerischen Landhausstil errichtet wurde und der SED-Führung als Gästehaus diente, sowie das Jagdschloss in Gross Schönbeck. Eindrucksvolle Gedenksteine erinnern heute noch an die privilegierten Jagdgesellschaften. An Görings Jagdschloss Karinhall erinnern nur noch die Überreste des Eingangstores. Durch die extrem überhöhten Wildbestände der Vergangenheit weist der Waldbestand der Schorfheide große Wildschäden auf. Die Schorfheide wurde noch durch Beschluss der ehemaligen DDR-Regierung am 12. September 1990 neben anderen Gebieten als Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin unter Schutz gestellt und als solches auch später von der UNESCO anerkannt.