Jagdarten

Begriff Definition
Adlerdrachen

Ein Adlerdrachen ist ein Drachen in Form und Zeichnung eines Taggreifvogels. Die Adlerdrachen ließ man früher im Herbst bei der Hühnerjagd an windigen Tagen steigen um z.B. Rebhühnern einen Greifvogel vorzutäuschen. Da Rebhühner zu dieser Jahreszeit in der Regel nicht mehr halten, drückten sie sich angesichts ihres (vermeintlichen) natürlichen Feindes und konnten dann vom Jagdhund aufgestossen und vom Jäger geschossen werden.
Einer der letzten Lieferanten von jagdlichen Adlerdrachen war vor dem 1. Weltkrieg das k. u. k. Hofspielwarenhaus Wilhelm Pohl in Wien. Heutzutage sind diese Drachen nur noch als Spielgerät gebräuchlich.

Ansitz

Der Ansitz (Ansitzjagd) ist die Stelle, an der der Jäger auf das Wild wartet, es beobachtet, anspricht und es gegebenenfalls erlegt. Der Ansitz ist unter Beachtung der Windrichtung so zu wählen, dass der Jäger gutes Sicht- und Schussfeld hat, selbst aber ausreichend gedeckt sitzt. Der Ansitz ist die häufigste Art der Einzeljagd und erfolgt meist an bekannten Wildwechsel oder den jeweiligen Äsungsplätzen. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen:

  • dem Ansitz am Boden mit Jagdstock oder hinter dem Schirm.
  • dem Ansitz auf der Leiter bzw. auf der Kanzel (Hochsitz, Hochstand) und
  • dem Ansitz im Boot (Wasserjagd) bei der Jagd auf Wasservögel z.B. Enten.
Synonyme - Ansitzjagd
Ansitz auf Dachs

Am erfolgreichsten ist der Ansitz am bestätigten Dachsbau in der Abenddämmerung, wenn der Dachs den Bau verlässt, oder in der Morgendämmerung, wenn er in den Bau zurück wechselt.
Falls der Ansitz a Bau z.B. wegen einer Dickung nicht möglich ist, sollte der Ansitz am Pass, zum bzw. vom Bau, möglichst vom Hochsitz aus unter Beachtung des Windes erfolgen. In mondhellen Nächten lohnt sich der Ansitz auch an gemähten Wiesen oder an fruchtenden Obstbäumen, an denen frisches Fallobst liegt. Er bevorzugt überreife Zwetschgen und Birnen. In Maisäckern kann er sogar Wildschäden verursachen und muss dort bejagt werden.

  • Der Schuss erfolgt mit der Kugel, sinnvoll ab .22 Hornet oder Schrot 3,5 mm bei Entfernungen bis 30 m.
  • Keine Schüsse spitz von vorn und spitz von hinten!
    Dachse haben eine dicke Scharte und sind etwa so schwer wie ein Reh!
Ansitz auf Feldhasen

Neben der Bejagung auf Gesellschaftsjagden wird in manchen Revieren der Feldhase auf der Einzeljagd als Küchenhase erlegt. Der Ansitz erfolgt meist auf dem Boden vom Sitzstock aus bei der Hasenkur. d.h, wenn der Hase in der Abenddämmerung oder am Morgen vom Feld in den Wald oder zurück läuft.
Bei Schnee kann die Verwendung eines Schneehemdes sinnvoll sein. Durch den Schnee sind die Pässe gut sichtbar.

  • Der Schuss erfolgt mit Schrot 2,5 bis 3 mm oder mit Kugel z.B..22 Magnum oder .22 Hornet.
Ansitz auf Kaninchen

Der Ansitz auf Kaninchen erfolgt an den Bauen sowie an den Äsungsflächen entweder vom Hochsitz oder vom Boden aus, meist um Jungkaninchen zur Wildschadensverhütung zu erlegt.

  • Der Abschuss erfolgt mit Kaliber .22 lfB oder .22 Magnum, außerdem mit Schrot 2,5-3 mm.
  • Beim Abschuss von Kaninchen am Bau muss es am Platz liegen, denn sonst flüchten tödlich getroffene Kaninchen oft in den Bau und sind somit verloren.